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Nachtrag zu den Ruhr Open
Geschrieben von: Volker Grigo   
Dienstag, 20. Oktober 2015 um 14:15 Uhr

Gewogen und für zu leicht befunden

Jau, Großkampfwoche im Ruhrpott: der Club ist mit seinen besten Leuten im 24-Stunden-Dienst für die Ruhr-Open in Mülheim im Einsatz, kutschiert alle möglichen A-, B- und C-Promis und solche, die es werden wollen, durch die Gegend, weist das Publikum in die Etikette bei einem Snooker-Großevent ein, bietet allen Akteuren einen sicheren Trainingshafen und wuppt nebenbei noch ein pinkes GST-Turnier als Side-Event parallel zu den Finaltagen am Wochenende. Organisatorisch erweisen wir uns einmal mehr als gefühltes Benchmark in der Republik und snookertechnisch stellen wir einen der beiden - oder sind wir mal nett: einen der wenigen – deutschen Snookerspieler, die international wenigstens einigermaßen mithalten können: dieses „Mithalten“ beschränkt sich allerdings überwiegend auf knappe Niederlagen gegen wirklich gute Amateure oder gar Profis, deren Namensnennung aber ehrlicherweise nur echten Hardcore-Nerds ein wissendes Lächeln auf’s Gesicht treibt.

Dabei hätten wir in der ersten Qualifikationsrunde echt ein Weiterkommen verdient gehabt, galt es doch, vier Frames zum Matchgewinn zu holen, was auch souverän erledigt wurde – dummerweise brauchen wir dafür alle sechs Matches… Aber als Mannschaft wären wir weitergekommen! Mittwochabend sind die Ruhr-Open für die Aktiven des Clubs mit 4:24 Frames also bereits Geschichte und wir können uns wichtigeren Dingen zuwenden: GST pink in Oberhausen und Essen, gleiche Einwertung wie die Grand Prix, Profis am Start, internationale Talente, die nationalen Nachwuchshoffnungen des deutschen Snookersports, Leute, die die Kohle brauchen und Leute, die Punkte fürs GST-Finale brauchen, Umgangssprache Englisch, ein bunter Haufen, dazu ein neuartiges Setzsystem: stellenweise kommt gar echtes Turnierfeeling durch den K.O.-Modus auf, kein Netz, kein doppelter Boden, so dass am ersten Tag erstmal die Spreu von der Spreu getrennt wird. Sonntagmorgen stellen wir dann mit dem harten Kern unserer Bundesligamannschaft immerhin noch 3 von 16 Achtelfinalisten, das Feld wird dann im Laufe des Tages immer weiter aufgestockt, indem Silja einfach mal am Bahnhof vorbeischaut oder unterwegs zwielichtige Gestalten unsicherer Provenienz aufgabelt, denen wir dann einen Stock in die Hand drücken und an den Tisch lehnen, weil eigenständiges Stehen noch eher unsicher aussieht. Sportlich comebackt sich Lukas Sonntagmittag im Viertelfinale erst mit einer 101 in den Decider, den er auch noch für sich entscheidet, um dann gegen den Trump-Bezwinger vom Vortag auf einer Stufe mit Trump kleben zu bleiben und denkbar knapp mit 2:3 den Kürzeren zu ziehen. Unser Ausnahmespieler bildet somit mit Herrn Lippe, der im Main Event das Hauptfeld erreichen konnte, die Lichtblicke der nationalen Szene – der Rest der selben beweist entweder erstaunliche Steherqualitäten und spielt das beste Snooker seit Wochen oder legt einfach andere Schwerpunkte in der Matchvorbereitung.

Unterm Strich bleibt die Erkenntnis, dass wir mit unserm Logo am TV-Tisch im Fernsehen waren, dass Mark Selby versprochen hat unsere Oberligamannschaft zu verstärken, dass Ballputzmaschinen im Mutterland anscheinend eher selten Anwendung finden, dass Setzlisten sinnvoll sein können - und dass die Breite im deutschen Snooker leider viel zu schmal ist, um ernsthaft und nachhaltig bei den großen Jungs mithalten zu können. Aber Spaß macht uns das alles irgendwie trotzdem noch, und Zwerge auf den Schultern von Riesen werfen ja manchmal auch ganz schön lange Schatten…

SC 147 Essen